#FreigeistForFuture

Ein Klimaleugner bin ich nicht. Bei jeder Tour im Hochgebirge sehe ich, wie die Gletscher schmelzen. Unsere Sommer werden immer besser, dafür können wir im Winter nicht mehr rodeln, und weiße Weihnachten sind zur wehmütigen Kindheitserinnerung geworden.Ich halte es für möglich (nicht für bewiesen!), daß der anthropogene Ausstoß von Kohlendioxid eine Ursache hierfür ist. Aber auch das strategische Bedürfnis nach energetischer Autarkie läßt mich erneuerbare Energieträger befürworten.Versorgungssicherheit gibt es jedoch nicht ohne Speicher, Grundlast und Leistung bei Belastungsspitzen. Wie das ohne hochmoderne Kohlekraftwerke, Atomkraft und Gas gehen soll – bei Dunkelflaute zum Beispiel – ist mir schleierhaft.Als Ökonom werfe ich vor allem ein, daß wir unsere beschränkten Ressourcen – und dazu gehört das Kapital! – so effizient wie möglich einsetzen müssen. Sonst wird es teuer. Teuer für den Verbraucher, teuer für den Steuerzahler und zu teuer für den Produzenten, dessen Wettbewerbsfähigkeit im globalen Maßstab leidet.Um es ganz klar zu sagen: Volkswirtschaftliche Werte in signifikanter Größe vor ihrer Abschreibung zu vernichten durch diesen panischen Ausstieg aus Atom- und Kohleenergie – das können wir uns nicht leisten. Und Steuererhöhungen in die Rezession hinein, das ist blanker wirtschaftspolitischer Unfug.Überhaupt diese Panik. Politik sollte den Menschen nehmen, wie er ist, und sie beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit. Hysterie und Zeitgeist führen uns ins Nirgendwo – das ist keine politische Führung.Mit diesen Hintergedanken betrachte ich die große #FFF-Demo in Berlin und die #IPPC-Show in New York. Und weil Humor mir hilft, den geistigen Zustand dieser Tage zu ertragen, tue ich das auf meine Weise – mit Humor.

3 thoughts on “#FreigeistForFuture”

  1. Lieber Dr. Heipertz,
    auch ich sehe keinen Sinn darin, den Klimawandel als solchen zu „leugnen“, da sich das Klima seit Milliarden von Jahren auf diesem Planeten ändert und die extremsten Änderungen gar vor dem Erscheinen des Menschen auf diesem Planeten stattfanden. Allerdings möchte ich hinsichtlich der tatsächlichen klimatischen Veränderungen darauf hinweisen, dass es bislang nachweislich nicht so ist, dass die Winter allgemein wärmer werden. Für die deutschen Mittelgebirge bspw. trifft dies laut Analyse der amtlichen Messwerte nicht zu. (siehe https://www.youtube.com/watch?v=rs34BfkVh7Y&feature=youtu.be). Auch haben wir teils Minusrekorde, was die Temperaturen anbelangt und auch der Wintereinbruch kommt teils erheblich früher und intensiver, wie gerade im Gretel-Homeland (siehe https://www.wetteronline.de/wetterticker/schweden-fruehester-schnee-seit-20-jahren-20190918271621?fbclid=IwAR0m_YWeJKO3rCXHUybN-26bYRZNwnUCtxAAMRSVtVb91m5TpWOVaEvK-Ao).
    Ansonsten stimme ich Ihrer kritischen Haltung uneingeschränkt zu und betrachte mit entsetzen die Energie- und Wirtschaftspolitik in unserem Land. Würden wir uns auf das Spiel „CO2“ einlassen, müssten wir konsequent auf Kernenergie setzen. Hier gibt es ganz neue Generationen von Reaktoren, welche mit dem, was wir bisher kannten, nicht mehr viel zu tun hat. Angeführt sei der russische BN-800 oder auch die spannende Technologie des DFR (Dual Fluid Reaktor, siehe https://dual-fluid-reaktor.de).
    Wenn wir es nicht zeitnah schaffen, den energetischen Weg in den Blackout zu stoppen, werden wir unser Land wirtschaftlich und gesellschaftlich vor die Wand fahren und zwar mit Vollgas. Ich hoffe doch, dass Real-Politiker wie Sie genügend Unterstützung finden, um die notwendigen Korrekturen herbeizuführen.

    Herzliche Grüße
    Frank Mußhoff

    1. Lieber Herr Mußhoff,
      vielen Dank für Ihre sehr informative Reaktion. Im Grunde sind wir uns einig. Ich denke, daß wir in der Klimafrage die These einer menschlichen Verursachung durch Kohlendioxid nicht mit Sicherheit ausschließen können. Daher gilt für mich das Vorsichtsprinzip, dementsprechend wir uns so verhalten, als ob dies der Fall sei. Allerdings freilich mit Maß und Ziel, denn selbst für die Vereinten Nationen, die ich in dieser Frage nicht für neutral und objektiv halte (wie auch bei der Migration) gilt das Klimaziel nur als eines von zwölf Nachhaltigkeitszielen. Wie immer übertrifft der deutsche Idealismus sich selbst und wählt den Holzweg. Mich bestürzt besonders die mathematische Pseudogewißheit, mit der hier operiert wird, um den Idealismus der Jugend zu mißbrauchen, wie so oft in der Geschichte, zu politischen und handfesten materiellen Interessen. Jeder, der es mit der Realpolitik hält, ist berufen, dagegen aufzustehen. Ich für meinen Teil strebe natürlich eine neuerliche Kampfkandidatur in der CDU an.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Martin Heipertz

      1. Lieber Dr. Heipertz,
        ich denke auch, wir sind da nah beieinander. Vielleicht findet sich ja via Discord mal die Option das Thema zu vertiefen. Gerne nehme ich Anregungen mit in den AK Umwelt. 🙂

        Herzliche Grüße
        Frank Mußhoff

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