#FürUnsereZukunft

Hier das Original-Redemanuskript meiner Bewerbungsrede um CDU-Nominierung in Frankfurt-West am 6.2.21!

Bewerbungsrede zur Nominierung als Wahlkreisbewerber im Bundestagswahlkreis 182 Frankfurt am Main I

  1. Februar 2021

Es gilt das gesprochene Wort!

Danke, Graf Brühl, dass Sie mich vorgeschlagen haben.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Viele von Ihnen sehen mich jetzt zum ersten Mal. Auch vor dem Lockdown gewährten mir nur wenige Stadtbezirksverbandsvorsitzende die Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen und auszutauschen. Ich kann sie an den Fingern einer Hand abzählen. Alle anderen haben mir dies verweigert.

So sah ich mich von Anfang an vor einer Herausforderung, die wir alle nun auch im Wahlkampf haben: Das Geschehen verlagert sich in den digitalen Raum. Damit kenne ich mich aus – schließlich habe ich jahrelang für die CDU Hessen das Virtuelle Netzwerk aufgebaut und geleitet. 12 Jahre kommunalpolitischen Stallgeruch kann ich Ihnen nicht bieten – aber Erfahrung mit digitalen Kampagnen im politischen Raum durchaus.

Und so habe ich mit meinem Team eine digitale Bewerbungskampagne geführt. Mein Team besteht aus hochmotivierten und fähigen jungen Leuten, die ehrenamtlich für die gemeinsame Sache kämpfen und Ihnen zur Verfügung stehen – am liebsten auch ab sofort im Kommunalwahlkampf. Ich freue mich über entsprechende erste Anfragen aus dem Westend.

Wir stehen parat und haben mit meiner Bewerbung gezeigt, was wir können – bis hin zu einem professionellen Bewerbungsvideo, das ich Ihnen gerne geschickt hätte.

Doch leider war es mir auch nicht möglich, mit allen von Ihnen Kontakt aufzunehmen und beispielsweise dieses Video zu schicken – mit Verweis auf den Datenschutz wurde mir Ihre Identität verwehrt, obwohl Sie sich aus freien Stücken als Delegierte haben wählen lassen. Ich bin mir sicher, dass Sie ihr Amt nicht im Geheimen ausüben wollen – daher schlage ich vor, diese Frage für die Zukunft eindeutig zu klären: Delegierte stehen möglichen Kandidaten zum Zwecke der Bewerbung offen zur Verfügung, finden Sie nicht?

Neben dem Datenschutz wird auch der Infektionsschutz sehr ernstgenommen. Trotzdem haben wir uns heute physisch versammelt – und dafür, dass Sie überhaupt erschienen sind und das Risiko auf sich genommen haben, danke ich Ihnen von Herzen.

Das gilt auch für die Presse. Ich habe gestern einen Schreck bekommen, als es hieß, die Presse sei bei dieser Veranstaltung nicht zugelassen. Ja, wo sind wir denn? Transparenz gehört doch zur Demokratie so wie Chancengleichheit und fairer Wettbewerb!

Meine Damen und Herren,
Frankfurt ist meine Vaterstadt. Ich erinnere mich, wie ich als Kind zum ersten Mal das Stadtgeläute hörte. Das hat mir erstmalig die Ohren geöffnet und dann auch alle anderen Sinne für die vielen, vielen liebenswerten Seiten meiner Heimat, die ich nach und nach entdeckt habe. Wenn Sie fragen, was mir an Frankfurt am teuersten ist, dann nenne ich an erster Stelle unseren Kaiserdom. Die Ehrfurcht, die ich als Kind empfand, die empfinde ich auch heute noch, wenn ich mir vorstelle, dass dort einige der bedeutendsten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt worden sind. Welch‘ ein Erbe! Doch auch die Schattenseiten unserer Stadt blieben mir von klein auf nicht verborgen…

Und jetzt sehen wir die Not, die der Lockdown über unser liebes Frankfurt bringt. Es bricht einem das Herz, das urbane Leben ist erstorben; Selbständige, Gastronomie, Künstler und viele andere kämpfen um ihr Überleben. Ich will keine sogenannte Marktbereinigung, sondern ich will, dass die Leute wieder arbeiten können!

In dieser schweren Zeit stehe ich vor Ihnen als derjenige Kandidat, der nicht fürs Festhalten am Alten und Überkommenen, sondern für die nötige und richtige Veränderung steht. Das gilt für die technische Veränderung, das heißt für den Sprung ins Digitale. Das gilt aber auch für die politische Veränderung. Für einen Neuanfang in Verantwortung. Für unsere Zukunft. Denn eine gute Zukunft für unsere Kinder und Enkel ist alles andere als gesichert:

Im Frühling waren wir noch gut in der Seuchenbekämpfung, den Sommer haben wir verschlafen, und seit dem Herbst ist es ein Desaster: Die Nachverfolgung der Infektionen ist erbärmlich, das habe ich selbst erlebt, als ich mit meiner Familie Covid19 durchgemacht habe. Und die Impfkampagne ist einfach nur blamabel – wir liegen selbst hinter Rumänien!

Dieser Dauer-Lockdown beschwört eine Wirtschaftskrise herauf, die Europa in seinen Grundfesten erschüttern wird. Wenn jetzt die Roten nach immer mehr Schulden und immer höheren Steuern rufen und die Grünen ihre Phantasie von Ökosozialismus propagieren, dann müssen wir sagen: „Halt! Für jedes politische Vorhaben muss das Geld erst einmal verdient werden. Und zwar von uns! Also hat der Staat vor uns eine Verantwortung. Wir wollen die Zukunft unserer Kinder davor bewahren, dass sie unter einem Schuldenberg erstickt. Und ja, wir wollen in der Welt und für das Klima unseren Beitrag zu leisten – aber mit den Mitteln der sozialen Marktwirtschaft und so, wie es ökonomisch vertretbar ist.“

Auch der Euro ist noch lange nicht über den Berg. Als ich in der EZB tätig war, hätten wir im Traum nicht geahnt, welche Untiefen der Geldpolitik wir inzwischen erreicht haben. Dazu neuerdings auch noch Verschuldung auf EU-Ebene. Das finde ich unverantwortlich – und ich weiß, wovon ich spreche.

Als überzeugter Europäer – aber mit sehr wachem Blick auf diese Risiken – werde ich die Fortentwicklung der Währungsunion und die tiefere Integration Europas jedenfalls aktiv begleiten.
Der Brexit: Ein Alarmsignal und ein Unglück besonders für die junge Generation – das sage ich, der ich noch völlig unbehelligt in England studieren durfte. Ich will darauf achten, dass Frankfurt wenigstens standortpolitisch vom Brexit profitiert.

Wenn die Wirtschaft hierzulande florieren soll, wenn Start-ups und Investitionen hier gedeihen sollen – dann müssen wir dafür die Voraussetzungen schaffen. Dazu gehören 1.) ein vereinfachtes Steuersystem, das Innovationen fördert, 2.) ein exzellentes Bildungssystem frei von linker Ideologie, 3.) eine gute Infrastruktur, 4.) eine gerechte und zügige Justiz – und, beileibe nicht zuletzt, 5.) die Innere Sicherheit.

Sicherheit ist eine zentrale Zukunftsfrage. Und hier müssen wir ehrlich zu uns selbst sein: Richtige Migrationspolitik belebt Land und Wirtschaft. Falsche Migrationspolitik ist teuer und… gefährdet die Innere Sicherheit. Die Bilder vom Opernplatz haben wir alle noch im Kopf. Gerade auch in dieser Frage stehe ich für einen pragmatischen Neuanfang.
Und zur Äußeren Sicherheit sage ich als Reserveoffizier: Unsere Soldatinnen und Soldaten zählen zu den besten der Welt. Doch die Politik muss dafür sorgen, dass das geistige und materielle Rüstzeug der Armee wieder stimmt, und auch dafür kämpfe ich!

Die CDU, die ich mir wünsche, steht ohne Wenn und Aber hinter jedem Polizisten und hinter jeder Soldatin, hinter jeder Krankenschwester, jedem Feuerwehrmann und jedem Rettungssanitäter, die unserem Land treu, tapfer und gewissenhaft dienen.

Ja, es ist große Sorge um unsere Zukunft, die mich umtreibt. Ich stehe für eine klare Richtungsentscheidung. Lampedusa hat es unübertrefflich gesagt: „Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann muss sich alles ändern.“ Die bedrohliche Umkehrung dieses schönen Spruchs lautet: „Wenn sich jetzt gar nichts ändert, wird sich bald alles ändern.“ Dabei können wir die Zukunft gewinnen, wenn wir uns bei allen anstehenden Veränderungen wieder auf unsere geistig-moralischen Grundlagen besinnen – als Christdemokraten, für die das Christentum mehr ist als bloß eine woke Hohlphrase.

Das heißt:
Erstens das christliche Menschenbild, insbesondere der Lebensschutz.
Zweitens die christliche Wirtschafts- und Soziallehre, die den Wert der Eigenverantwortung betonen und nicht nur dem Markt, sondern vor allem auch dem Staat seine ordnungspolitischen Grenzen weisen.
Drittens die christliche Staatslehre, die uns verpflichtet, dem Allgemeinwohl unserer Bürger zu dienen und nicht die ganze Welt zu retten.
Und viertens die Werte der Aufklärung, welche die Freiheit des Menschen garantieren, die durch Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit, durch Menschenrechte und Volkssouveränität erst unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ermöglichen.

Das ist unser geistig-moralisches Rüstzeug. Es fußt auf dem Hügel von Golgotha, auf der Akropolis von Athen und auf dem Kapitol von Rom; es gedeiht an den Ufern der Seine, der Themse, auch wieder am Potomac River in Washington und hier bei uns am Main, in der Paulskirche, der Wiege der deutschen Demokratie. Das ist unser Erbe, das ist unser Auftrag.

Aus dieser Überzeugung bin ich mit 18 Jahren in die CDU Hessen eingetreten. Und Sie können hier und jetzt von Frankfurt aus ein Signal an die gesamte Partei senden. Denn aus dieser Überzeugung heraus haben Mitglieder wie ich Friedrich Merz unterstützt, und zwar 60% der Basis in Frankfurt, und dafür lassen wir uns nicht als Dschihadisten beschimpfen, von niemandem!

Diejenigen, die immer nur auf den eigenen Kasernenhof schießen, sollten wir daran erinnern, wo der Feind steht. Wer Dschihadisten bekämpfen will, der kann sich um den politischen Islam kümmern, da gibt es genug zu tun – über 600 Gefährder haben wir im Land!

Wenn wir aber mit beiden Beinen erst wieder fest auf unserem christdemokratischen Fundament stehen und unseren gesenkten Blick endlich wieder erheben, wenn wir uns nicht ängstlich an das Vergangene klammern, sondern zuversichtlich nach vorne schauen und wieder größer zu denken lernen – dann werden wir nicht etwa alles verlieren – dann werden wir die Zukunft gewinnen!

Norbert Blüm hat einmal gesagt: „Wer festhält, was verändert werden muss, der verliert alles.“ Umgekehrt heißt das: Wer verändert, was verändert werden muss, der gewinnt – und der gewinnt auch Frankfurt-West wieder für die CDU!

Mein Schwerpunkt wird hier im Wahlkreis sein. Sie, die Basis unserer Partei, sind meine Vorgesetzten, nicht die Obrigkeit in Berlin. Es gibt Verantwortliche für den Zustand, in dem wir uns befinden – und es gibt neue, jüngere Kräfte, die das ändern wollen.

Ich will helfen, Ihnen, der Basis, die Hoheit über die politische Willensbildung zurückzugeben; analog im persönlichen Gespräch und digital auf meinem Mitmachportal. Sie leiten und kontrollieren mich. Das ist innerparteiliche Demokratie. Ich will Ihnen die Macht zurückgeben. Ermächtigen Sie sich – durch mich! Der Abgeordnete soll nicht der Basis erklären, was die Regierung will – sondern er soll der Regierung erklären, was die Basis will und das Volk!

Ich brenne darauf, mit Ihnen gemeinsam als Mitglieder an der Basis, in den Ortsbeiräten, als Ortsvorsteher und als Ehrenamtliche in den Vereinen Frankfurts den politischen Gegner zu stellen und zu bekämpfen. Auf den Straßen, an den Haustüren, vor allem aber im Internet.

Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, und ich bin dankbar für jeden Äbbelwoi, den wir im Sommer gemeinsam getrunken haben. Aber ich bin auch der digitale Kandidat. Wahlen werden heute im Internet gewonnen und nicht mehr mit Großplakaten (egal, ob man diese nach der Nominierung bestellt oder davor, wie mein geschätzter Gegenkandidat).

Lasst uns um Frankfurt-West eine Erststimmenkampagne führen, wie sie es noch nicht gegeben hat – gegen Ökosozialismus von Links, gegen Sirenengesänge von rechts und auch gegen scheinliberale Beliebigkeiten.

Denn die meisten Wähler, fast 20.000, haben wir an AfD und FDP verloren; Graf Brühl hat das angesprochen, und ich habe mir sehr genau die Statistik zur Wählerwanderung in Frankfurt angeschaut. In Richtung FDP haben wir in der Innenstadt geblutet, in Richtung AfD in den westlichen Stadtteilen. Ich verspreche Ihnen, dass wir möglichst viele dieser Wähler zurückgewinnen. Die sind nicht verloren. Jeder von uns kennt diese Fälle. Ich glaube, dass dies keine schlechten Menschen sind, wie auch die Nichtwähler. Die wären froh, wenn sie wieder einen Grund hätten, CDU zu wählen. Das sind teilweise Leute aus unseren Freundeskreisen, darunter nicht wenige ehemalige Parteifreunde. Um diese Wählergruppen will ich mich mit Ihnen gemeinsam kümmern und sie wieder neu von der CDU überzeugen. Da halte ich es nicht mit Erich Honecker, dass wir diesen Leuten keine Träne nachweinen. Nicht nur weinen wir denen eine Träne nach, nein, wir holen sie uns zurück!

Wenn wir uns diese Stimmen und das Vertrauen dieser Bürger wieder verdienen wollen, dann, meine Damen und Herren, bin ich der richtige Kandidat.

Ich bitte um Ihren Auftrag.

8 thoughts on “#FürUnsereZukunft”

  1. Wahnsinnsrede! Perfekt! Sie haben mir aus der Seele gesprochen. Ich wünsche von Herzen viel Erfolg und hoffentlich keine „Stolpersteine“ mehr. Die BASIS ist stark. Toi toi toi und Grüße aus Schwanheim.

  2. Klasse, eine Rede mit klarer Botschaft und Rückgrat gegen den Niedergang der CDU. Ihnen gehört die Zukunft. Viel Glück, auch wenn es jetzt nicht klappen sollte. Es gibt sie noch, die Hoffnung. HG aus Berlin, mk

  3. Tja, wenn das repräsentativ wäre, würde ich auch wieder CDU wählen. Doch solange die in der sozialistischen Planwirtschaft geformte Dame an der Sitze regiert (egal in welchem Amt) glaube ich nicht daran

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